Fotoausstellung “Die Uhr des Krieges”
Mit dem russischen Angriff auf die Ukraine am 24. Februar 2022 begann ein Krieg, der nicht nur Territorien zerstört, sondern auch das Zeitempfinden verändert. Mit jedem Tag, der vergeht, geht etwas verloren: Sicherheit, Gewissheit, Routinen, Beziehungen. Der Krieg greift tief in den Alltag der Zivilbevölkerung ein – oft fernab der Frontlinien, aber unaufhaltsam.
Das schweizerisch-ukrainische Projekt Ukrainisches Fototagebuch hält diese fortschreitenden Verluste in einer visuellen Chronik fest.
Das Projekt wurde 2022 vom Schweizer Fotografen Patrick Lüthy (Olten) initiiert. Im Rahmen von Evakuierungen ukrainischer Kriegsflüchtlinge in die Schweiz, die er gemeinsam mit weiteren Fotografen und Helfenden begleitete, entstand die Idee zu einem offenen fotografischen Tagebuch. Seither entwickelt sich das Ukrainische Fototagebuch kontinuierlich weiter und wird laufend um neue Beiträge ergänzt.
Auf der Plattform www.ukrainianphotodiary.org werden Fotografien professioneller Fotografinnen und Fotografen ebenso gezeigt wie Aufnahmen von Kindern und Privatpersonen. Aus diesem umfangreichen Bildarchiv entstand die Ausstellung «Die Uhr des Krieges».
Das Ausstellungskonzept folgt der Metapher einer Uhr: In zwölf Kapiteln – zwölf Themen des Verlustes – wird sichtbar, wie der Krieg Zeit strukturiert, beschleunigt, anhält und wiederholt. Jede Station steht für einen Aspekt dessen, was mit fortschreitender Dauer des Krieges schwindet. Zusammengenommen entsteht ein eindringliches Bild davon, was die Menschen in der Ukraine Tag für Tag verlieren.
Vom 10. bis 26.06.2026 zeigt das Quartierzentrum Union eine kuratierte Auswahl aus diesem schweizerisch-ukrainischen Fotoprojekt.
Die Ausstellung richtet den Blick auf zivile Lebensrealitäten im Krieg und auf das, was nicht plötzlich verschwindet, sondern allmählich verloren geht.